Garnelen

Garnelen sind kleine, flinke Gesellen, die eine gewisse Ähnlichkeit zu einigen Insekten haben. Doch eher haben sie ihre Abstammung der Krebstiere zu verdanken, da sie mehr Köpereigenschaften von diesen behalten haben, als von Insekten. Man kann den Begriff Garnele nicht in einer geschlossenen Abstammung einordnen. Garnele kennzeichnet viel mehr verschiedene und nicht miteinander verwandte Tiere einer Gruppe zusammen.

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Caridina breviata - Hummel Garnele
Caridina breviata
© by Chris Lukhaup - www.crusta10.de

Beschreibung:
Garnelen haben einen langen Körper, der sehr schmal ist.  Der vordere Bereich des Körpers sowie der Bereich des Carapax auf dem Kopfrücken sind breiter und hinten zum Schwanz hin wird er immer schmaler. Sie tragen lange Antennen oder besser gesagt Fühler die mit einer großen Schuppe am Kopf der Tiere verbunden sind. Weibliche Tiere haben zusätzlich einen etwas herausragenden Bauch Bereich, da dort die Eier befestigt werden, wobei Männchen einen schmalen & durchgehenden Körper besitzen.
Sie haben lediglich kleine Greifarme mit Scheren, womit sie ihr Futter aufnehmen und zu den kleinen Kieferwerkzeugen am vorderen Kopfteil hinführen. Die hinteren Beine, die unter dem Bauch zu sehen sind wurden zu Schwimmbeinen umgebildet, was beim Schwimmen der Tiere durchs Wasser sehr putzig aussieht, da sich die kleinen Beine sehr flink bewegen.
Der Kopf der Tiere ist langgestreckt und wird mit dem oberen Rostrum, welches zwischen den großen Facetten Augen sitzt verlängert.

Die meisten Garnelen Arten und Untergattungen stammen aus Afrika, Asien und einigen Pazifischen Inseln. In Japan z.B. ist der Trend Garnelen zu züchten und dabei extreme Farbabweichungen zu erzielen. Wobei eine Red Chrystal Garnele z.B. auch mal zu einer knallig weißen Farbmorphe mutiert. Oder die neuesten Zuchterfolge zeigen eine in Japan sehr teure weiß – tot gestreifte Farb Morphe, wobei ein einziges kleines Tier schon unbezahlbar wird.

Garnelen fressen eigentlich alles, was sie in ihren zierlichen Scheren bekommen. Aber meistens kann man sie dabei beobachten, wie sie Algenpartikelchen von Wurzeln oder Scheiben abgrasen. Aber in Ergänzung zum natürlichen Futter fressen sie auch sehr gerne Futtertabletten oder auch Gemüse, welches man vorher gut abkochen muss. Sie sind somit bei den meisten Aquarianern die Polizei im Becken, da sie alles fressen, sogar die Ausscheidungen von Fischen oder tote Tiere werden nicht verschmäht. Nein vielmehr stellen diese Ergänzungen ein Büffet im Garnelen Becken dar.

Die Haltung dieser flinken kleinen Geschöpfe kann daher auch in kleinsten Aquarien erfolgen. Da Garnelen aber sehr Gesellschaftsfreudig sind und man auch immer wieder beobachten kann, wie sie in einer großen Gruppe an ein und demselben Ort sitzen, sollte man sich für den Anfang für eine große Gruppe entscheiden, die beispielsweise 10 Tiere beträgt. Somit hat man auch dafür gesorgt, dass man Männliche und Weibliche Tiere in der Gruppe hat. Viele Garnelen sowie die Red Cherry Garnelen sind wahrliche Karnickel unter den Aquarien Tieren.

Amano Garnele - Caridina japonica
Amano Garnele
© by Chris Lukhaup - www.crusta10.de

Manche Aquarianer richten sich auch Artenbecken für ihre Lieblings Garnelen ein, somit wird garantiert, dass sich keine Art untereinander kreuzen kann oder die anderen Arten verdrängt, denn auch dies ist schon öfter mal vorgekommen, dass eine Art plötzlich auszusterben droht, wobei die andere sich fröhlich weiter vermehrt. Hierbei reichen schon Becken mit bis zu 30 cm Kantenlänge. Da die Garnelen höchstens 1,2-2 cm groß werden können.

Viele Garnelen Arten kann man sehr gut mit Ancistrus Welsen (Antennen Welse) vergesellschaften. Es geht sogar die Information unter den Liebhabern herum, dass Garnelen, die sich von den Ausscheidungen dieser Fische ernähren für mehr Nachwuchs sorgen. Dies hat vermutlich folgenden Grund, da Ancistren sämtliche Hölzer abgrasen und zusätzlich auch Gemüse zu sich nehmen, kann es sein, dass dies in den Ausscheidungen das perfekte Garnelen Futter darstellt. Aber auch mit kleineren friedlichen Fischen können Garnelen vergesellschaftet werden, wie z.B. mit den Endler Guppys. Diese noch wild lebenden Guppys bleiben kleiner als die schon überzüchteten Normalos.

Doch sollte man bedenken, dass Garnelen auch scheu werden können, wenn rabiate Fische oder Krebse im Becken sind, die ihnen nachstellen. Dann verziehen sie sich in den hintersten Pflanzenecken und man könnte meinen, man hätte gar keine Garnelen im Becken.

Somit ist ein stark bepflanztes Aquarium zu bevorzugen, zumindest wenn man unbedingt Fische und Garnelen zusammen halten möchte. In diesen Becken kommen dann trotz vieler Verluste durch gefressene Garnelen immer genügend Nachgezogene Garnelchen durch und vermehren sich weiterhin, ohne auszusterben. Junge Zwerggarnelen finden in einem Becken, wo normal gefüttert wird eigentlich immer etwas zu fressen. Sei es durch abgrasen der Algenteppiche oder das Aufnehmen von Ausscheidungen der anderen Tiere, oder aber Futterreste durch Tabletten uvm.

Je nach Art oder Untergattung sind die jungen Garnelen schon nach 3 – 6 Monaten geschlechtsreif. Die Lebenserwartung der meisten Garnelen ist relativ kurz, sprich so ca. 18 Monate oder 2 Jahre. Die meisten Garnelen bevorzugen kälteres Wasser so um die 18-24 Grad. Dabei muss man bei dem übrigen Fischbesatz Abstriche machen, denn nicht alle Fische mögen so „kaltes“ Wasser. Viele Fische bevorzugen hierbei eher Temperaturen von 25-26 Grad. Wobei Temperaturen die längere Zeit über 28 Grad sind häufig zu Ausfällen bei Garnelen führen. Da diese mit den hohen Temperaturen nicht auf längere Zeit klar kommen.

Garnelen gehören zu den Krebstieren und müssen genau wie diese ihre haut abstreifen, bzw. sich häuten, um wachsen zu können. Man sollte auch diese kleinen Garnelen nicht mit großen Fischen vergesellschaften, denn dann werden sie scheu und man sieht sie gar nicht mehr. Außerdem werden sie gerne als Beute angesehen aufgrund ihrer Färbung und der minimalen Größe.

Red Cherry Garnele
Red Cherry Garnele
© by Chris Lukhaup - www.crusta10.de

Wichtig bei der Haltung dieser Tierchen ist ein hoher Sauerstoffgehalt, denn diesen brauchen sie für die Häutung, genau wie eine gewisse Menge an Kalk und Calcium, um ihren neuen Chitin Panzer wieder zu härten. Ohne diese Stoffe kommt es gelegentlich zu Häutungsproblemen, die meistens mit dem Tod des Tieres einhergehen.

Allerdings reagieren Zwerg Garnelen sowie alle anderen Wirbellosen Krebstiere sehr extrem auf Veränderungen der Wasserwerte. Man sollte also immer bemüht sein, dass die Werte keine zu großen Schwankungen aufweisen. Folgende Dinge sind unbedingt zu beachten.

Haltungsbedingungen:

  • Keine hohen Nitrat & Nitrit Werte. Letzteres darf nicht nachweisbar sein per Tropfentest
  • Bestandteile von Fischmedikamenten, da diese sehr viel Kupfer enthalten können und Garnelen auf Kupfer mit Vergiftungserscheinungen reagieren,
  • kupferhaltige Algenbekämpfungsmittel ,
  • zu hohe Konzentrationen verschiedener Düngestoffe – besonders, wenn diese Phosphat enthalten, da auch diese Substanz in hohen Mengen toxisch wirken kann.
  • Insektensprays,
  • Lösungsmittel und Nikotin.
  • Außerdem solltet ihr darauf achten, dass ihr eure Hände vor dem Hantieren im Becken nicht eingecremt habt, sicherheitshalber vorher die Hände unter fließendem Wasser abwaschen
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