krabben

Krabben sind sehr hübsch anzusehende kleine Tierchen, wobei es allein bei diesen Wirbellosen weit über 6800 Arten gibt und somit die größte Infraordnung der Zehnfußkrebse darstellen. Die meisten Arten und auch Untergattungen leben im Meer und Küstennähe, doch es gibt durchaus auch Süßwasser Krabben, die in unseren heimischen Aquarien bereits die Lieblinge schlechthin darstellen! Bei Krabben ist es nicht wie bei Garnelen und Krebsen, dass sie nur mit Wasser auskommen, nein hierbei muss man umdenken, denn diese Geschöpfe benötigen ebenso einen angemessenen Land Teil. Einige Arten gehen kaum ins Wasser, somit muss der Land Teil größer bemessen sein, als der Wasserteil.

Krabben  haben einen kürzeren Schwanz als Krebse, noch dazu wird dieser unter dem Bauch mit einer sogenannten Bauchplatte getragen. Wobei Krebse ihren Schwanz mit Fächer weit hinten tragen, ähnlich der Garnelen, nur viel größer! Der Hinterleib bei Krabben wird auch Pleon genannt, dieser ist umgeklappt unter dem Kopfbruststück. Der Zwischenraum zwischen Brust und eingeklappten Bauchteil dient den Weibchen als Brutlageraum für ihre Eier. An dieser Bauchklappe kann man sehr gut unterscheiden, was Männchen und Weibchen ist. Da Weibchen eine ziemlich breite Platte haben und Männchen nur eine schmale, beinahe schon mit einem Schlitz vergleichbar!

Cardisoma armatum (Harlekinkrabbe)
Cardisoma armatum
© by Chris Lukhaup - www.crusta10.de

Die männlichen Begattungs Organe oder besser gesagt Begattungs Griffel (Gonopoden) der Krabben leiten sich von doppelästigen Spaltfüßen ab, welche sich bei den Weibchen noch als Pleopoden befinden (ähnlich den Schwimmbeinen der Garnelen). Diese werden später für die Brutpflege eingesetzt und können etliche Eier tragen.

Die Pleopoden beim Männchen sind rückgebildet oder überhaupt nicht vorhanden. Nur die ersten beiden Pleopodenpaare sind regelmäßig als Gonopoden erhalten.
Das erste Beinpaar der Krabben ist zu großen Scheren ausgebildet, die Facetten Augen sitzen meistens auf kleinen Stielförmigen Auswüchsen. Krabben können sehr schnell laufen, was sie aber meistens in einer seitwärts Bewegung tun. Man sieht nur sehr selten, dass sie mal wirklich geradeaus laufen.

Außerdem sind Krabben exzellente Kletterer. Sesarma Bidens z.B. sind wahrhaftig sehr gute Artisten. Im Wasser und auf Land sind sie gleichermaßen schnell und beweglich. Dies gilt aber dennoch eher für Stresssituation, dann kann man beobachten wie schnell sie wirklich rennen können. Manchmal fragt man sich echt, wie sie innerhalb von Sekunden ihren vorherigen Aufenthaltsort gewechselt haben. Unter Wasser können sie nicht schwimmen, bzw. nicht so gut wie Garnelen es können. Sie machen eher eine Sprunghafte Bewegung durchs Wasser. Sie stoßen dabei ihre Hinterbeine sehr merkwürdig von ihrem Körper immer wieder ab. Was absolut nicht so elegant aussieht wie bei den flinken Garnelen. Doch man sieht dies nicht all zu häufig, denn meistens bewegen sie sich unter Wasser wie auch über Wasser seitlich fort, bei Ruhe langsam, bei Stress wirklich extrem schnell.

Armases roberti (Mangrovenkrabbe aus Kuba)
Armases roberti
© by Chris Lukhaup - www.crusta10.de

Krabben können, wie ich schon schrieb, sehr gut klettern. Auch Kabel oder Schläuche, die aus dem Becken hängen, ein Loch in der Abdeckung können mögliche Fluchtorte sein. Nur wenn eine Oberfläche völlig glatt ist, was im Aquarium aber so gut wie nie vorkommt dass etwas kompl. Glatt ist, können sie nicht fliehen, da ihre Krallen keinen Wiederstand mehr haben zum empor klettern. Selbst eine Glasscheibe ist immer etwas veralgt oder mit Kalkrändern überzogen. Selbst die Silikonnähte können Fluchtmöglichkeiten sein, deswegen empfiehlt es sich das Becken sehr gut abzusichern, bevor Krabben einziehen!

Die kleinen Tierchen wirken sehr intelligent und gelehrig.
Ältere Individuen erscheinen in ihrem Territorium souverän und ziemlich ruhig. Wo sie doch mit ihren Stielaugen und dem großen Rundumblick  alles erblicken können und ihnen nichts aus den Augen geht. Krabben sind wahrlich gut entwickelt, wenn es darum geht ihre Sinne zu benutzen. So beobachtet man des öfteren, dass sie gelassen bleiben, wenn der Besitzer die Treppen hoch läuft, doch wie von der Tarantel gestochen los rennen, wenn jemand fremdes die Treppe betritt. Deswegen ist ein Transport für Krabben über eine längere Entfernung auch ein großer Stress.

Sie sind sehr vorsichtig, denn meistens gewinnen sie kein Vertrauen zu ihrem Besitzer, sie laufen meistens weg, wenn man zu nah ans Becken kommt, denn sie sehen in größeren Tieren, Menschen immer noch Fressfeine. Deswegen bleiben sie in ihrer Umgebung auch lieber immer in der Nähe ihrer Verstecke. In bestimmten Situationen werden sie schreckhaft oder können äußerst aggressiv werden, dann wird noch nicht einmal davor zurück geschreckt andere Tiere oder aber auch Artgenossen zu töten.

Geosesarma sp. "Vampir" (Vampirkrabbe)
Geosesarma sp. Vampir
© by Chris Lukhaup - www.crusta10.de

Durch ihre Sensibilität gegenüber Bewegungen und Geräuschen sind sie sehr anfällig für Psychischen Stress. So kann es schon einmal passieren, dass bei einer Überbesetzung des Beckens  und den darauf folgenden Revierkämpfen, wahre Traumata auftreten. Ebenso wie die Überbesetzung sollte man es aber auch unterlassen eine einzige Krabbe für zu lange Zeit alleine zu halten, denn sie sind trotz Revierbildung häufiger zusammen zu sehen auf Baumstümpfen oder Wurzelanordnungen.

Krabben sind Revierbildend und jedes Männchen hat einen besonderen Platz in der Rangordnung, wobei bei einem Becken, welches groß genug für alle ist gerne Arrangements getroffen werden, jedoch dennoch die Reviere verteidigt werden. Dies wird nicht immer durch Kämpfe oder Verletzungen vollzogen, meistens führen die Tiere auch nur Scheinangriffe aus um dem Rivalen zu drohen und der Schwächere lässt sich dann meistens nicht mehr auf einen Kampf ein.

Auch der Größenunterschied zwischen den verschiedenen Männchen sollte möglichst nicht all zu groß sein, denn eine kleine Krabbe hätte ständig unter den großen zu leiden. Was auch mit dem Tod enden kann. Aber soweit muss es nicht erst kommen, denn alles ist eine Frage des zur Verfügung stehenden Raumes und der Strukturierung des Beckens. In Aquaterrarien von 60 cm Kantenlänge ist z.B. ein Männchen mehr als ausreichend. In einem 80-er Becken ist meistens genug Raum für ein Land Teil gegeben, so kann man mit genügend Erfahrung auch zwei Männchen miteinander pflegen.

Linie