Chihuahua Zucht

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IN DIESEM KAPITEL GEWÄHRE ICH IHNEN MAL EINEN KLEINEN EINBLICK IN MEINER
KLEINEN CHIHUAHUA-HOBBY-ZUCHT

* Die Hündinnen *

Meine Hündinen wiegen zwischen 2 und 3 kg. Eine kleinere Hündin belegen zu lassen, birgt halt das Risiko das es unter Umständen eine Kaiserschnittgeburt werden würde. Leider habe auch ich diese Erfahrungen sammeln müssen das eine kleinere Hündin wegen zu großer Welpen einen Kaiserschnitt hatte.

Im Verhältnis zur Mutter haben Chihuahua Welpen schon fast 5% des Eigengewichtes der Mutter. Wenn eine Chihuahua Hündin von ca. 2,6 kg einen Welpen von 130 Gramm zur Welt bringt, dann kann man sich schon gut vorstellen warum Chihuahua Hündinen lieber etwas größer als zu klein sein sollten. Schließlich wollen wir zum wohl ergehen der Mutter und der Welpen das Risiko eines Kaiserschnittes so weit wie möglich umgehen, noch besser komplett ausschließen.
Um keine Erbfehler auf den Welpen zu übertragen muss sie fehlerfrei, gesund und rassetypisch sein.

* Der Rüde *

Auch beim Rüden gilt das er gesund, fehlerfrei und rassetypisch sein muss damit keine Fehler auf die Welpen übertragen werden. Bezüglich der Größe des Rüden achte ich sehr darauf, dass er im Gegensatz zur Hündin schön klein ist bzw. nicht zu große Welpen vererbt. Denn hier wäre dann wieder das Risiko eines Kaiserschnittes wegen zu großer Welpen gegeben. Chihuahua Hündinnen haben von Natur aus einen sehr engen Geburtskanal und deshalb muss man eben auch darauf achten das die Welpen nicht zu groß sind.

Habe ich dann das richtige Pärchen ausgesucht, lasse ich meine Hündin zwischen dem 11. und dem 15. Tag der Läufigkeit belegen. Manchmal lassen sich die Mädels auch ein paar Tage länger decken...
Muss ich allerdings verhüten weil die Hündin nicht belegt werden darf oder soll, muss ich das Pärchen schon ab dem 3. Tag der Läufigkeit trennen. Leider bieten sich meine Mädels nämlich schon ab diesem Zeitpunkt meinem Rüden an. Und um jedes Risiko auszuschließen, ist strenge Trennung des Paares angesagt.

* Die Trächtigkeit *

Dauert in der Regel 63 Tage. Es kommt aber auch schon mal vor das die Hündinnen mit dem 58. Tag werfen. Während der Trächtigkeit werden meine Mädels unheimlich anhänglich...
Ab dem 35. Tag kann ich meistens feststellen ob sie aufgenommen haben. Ab dem 50. Tag kann ich die Kleinen im Bauch strampeln fühlen und meistens kann ich ab diesem Zeitpunkt auch abschätzen wie viele kleine Welpen meine Hündin trägt J
Ab der 7.Trächtigkeitswoche zeigt die Hündin einen erhöhten Appetit. Sie frisst mehr und wird von mir dann auch ganz gezielt nährstoffreicher gefüttert. Der Fleischanteil wird erhöht,
jeden Tag ein Eigelb und ganz wichtig sind jetzt die Zugaben von Calcium Präparaten.

* Die Geburt *

Wie schon erwähnt kann eine Geburt schon ab dem 58. Tag losgehen. In der Regel rechne ich damit zwischen dem 60. und 63. Tag. Sollte sich eine Geburt mal um 2-3 Tage nach hinten verschieben mache ich mir da keine großen Sorgen, da sich die Hündin ja auch mehrere Tage belegen lassen hat und man jetzt in dem Moment nicht genau ausmachen kann an welchem Tag sie tatsächlich aufgenommen hat. Sollte sie aber über die Zeit sein... und grün schmieren, dann ist höchste Eile geboten den Tierarzt zu benachrichtigen. Denn dann kann unter bösen Umständen ein Welpe tot sein und dieser der Mutter und den übrigen Geschwistern sehr gefährlich werden.  Zum Glück habe ich ganz liebe tolle Tierärzte, die ich Tag und Nacht erreichen kann, wann immer ich deren Hilfe benötige.

* Vorbereitungen *

Eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin bereite ich für meine werden Mami alles vor.
Ein feines Körbchen indem sie ihre Welpen zur Welt bringen kann. Die Rotlichtlampe wird bereitgestellt, das Heizkissen ist in greifbarer Nähe. Paraffinöl um den Geburtsweg zu schmieren,  die Schere um die Nabelschnüre  zu durchtrennen, Faden um die sie abzubinden. Alles wird hygienisch und steril aufgewahrt bis es dann endlich soweit ist.

* Temperatur *

Anfangs habe ich bei meinen Hündinen immer die Temperatur gemessen. Ca. 24 Stunden vor der Geburt fällt die Temperatur auf etwa 37,0-37,5 Grad ab. Wenn das Thermometer auf Werte unter 37 Grad gefallen ist, kann man innerhalb der nächsten 12 Stunden mit der Geburt rechnen. Allerdings habe ich gemerkt, dass dieses für meine Mädels immer eine unangenehme Situation war. Da meine Mädels und ich mittlerweile ein eingespieltes Team sind, sparen wir uns die tägliche Prozedur mit dem Temperatur messen. Ich erkenne anhand der Verhaltensweise meiner Mädels immer den richtigen Zeitpunkt,  wann ich mit der Niederkunft  unserer Welpen rechnen kann.

* Wehen *

Die ersten Wehen erkenne ich bei meinen Mädels indem ich sie mit der flachen Hand fühlen kann. Ich kann sehen wie dann für kurze Zeit der Bauch richtig hart wird um sich danach wieder zu entspannen. Anfangs sind die Wehen noch recht selten und die Hündin ruht sich zwischenzeitlich immer wieder aus. 

Wenn dann die Wehen mit der Zeit immer stärker werden, presst die Hündin ordentlich mit. In der Regel platzt dann irgendwann die Fruchtblase und man kann den Welpen im Geburtskanal fühlen. Nach ein paar weiteren Wehen wird er dann geboren. Mal kommt er mit dem Köpfchen zuerst und ein anderer vielleicht zuerst mit den Hinterbeinchen. In jeden Fall unterstütze ich meine Hündinen dabei indem ich versuche sanft dem Welpen auf seinem Weg ins Leben zu helfen. Während der Geburt bekommt die Hündin von mir immer mal einen Schluck Milch mit einem Calcium Präparat damit sie mir nicht in Eklampsie fällt.

Sollte meine Hündin während der Geburt eine Wehenschwäche bekommen, versuche ich ihr zunächst mit einer Bauchmassage zu helfen. Sollte alles nichts nutzen , dann rufe ich meine Tierärztin an. Sie kommt zu mir nach Hause und bringt die Wehen durch eine Wehenanregende Spritze wieder in Gange. Sollte sich leider Gottes gar nichts mehr tun oder die Hündin plötzlich anfangen grün zu schmieren, ist ein Kaiserschnitt evtl. nicht mehr umgänglich, um nicht das Leben der Hündin aufs Spiel zu setzen.

* Das Abnabeln *

Sobald der Welpe geboren ist klemme ich ihm die Nabelschnur ab, schneide sie mit der sterilen Schere ca. 1 cm vom Bauch entfernt durch und binde sie mit einem Faden ab damit sie nicht mehr nachbluten kann.

* Lebenshilfe *

Wenn der Welpe geboren ist dann rubbele ich ihn mit einem weichem Handtuch solange bis er ordentlich quickt. Ich öffne ihm sein Schnütchen und entferne evtl. noch vorhandenes Fruchtwasser. Wenn’s sein muss dann mache ich auch Mund zu Schnütchen Beatmung oder sauge ihm Fruchtwasser aus dem Näschen ab.
Gott sei Dank bleibt mir dieses aber meistens erspart weil die Welpen nach der Geburt so putzmunter sind, dass sie sich gleich auf der Suche nach Mamis Milchbar machen.

* Die Nachgeburt *


Natürlich gehört zu jedem Welpen auch eine Nachgeburt. Wenn wir Glück haben wird sie direkt mit dem Welpen ausgetrieben. Leider sitzen diese aber meistens so fest verankert in der Gebärmutter dass sie erst etwas später ausgetrieben werden. Die Hündin frisst ihre Nachgeburten eigentlich alle auf. Allerdings genehmige ich meinen Hündinnen nur eine, höchstens zwei davon da sie sonst darauf mit zu weichem Stuhlgang reagieren.

Sollten Nachgeburten nicht innerhalb von 12 Stunden ausgetrieben werden, wird der Tierarzt ein Wehenmittel spritzen.  Nachgeburten die nicht abgestoßen werden, können eine schwere Infektion verursachen und der Hündin sehr gefährlich werden. Man sollte dann regelmäßig die Temperatur messen, die nicht über 39° ansteigen darf. Dann nämlich muss die Hündin mit einem Antibiotikum behandelt werden.
Zum Glück habe ich diesen Fall recht selten und die zurück gebliebenen Nachgeburten gehen wenige Stunden nach der Geburt von ganz alleine ab.

* Nach der Geburt *

Gönne ich meinen Hündinen erst einmal eine Portion Ruhe damit sie sich von dem Geburtsstress erholen kann. Sie wird ordentlich gefüttert und verwöhnt. Bekommt weiterhin Calcium. Ich kontrolliere regelmäßig ihr Gesäuge auf evtl. Verhärtungen. Kontrolliere täglich mehrmals die Welpen, mache Gewichtskontrollen und vor allem.
Genieße und teile das Mutterglück mit meiner Hündin :-)

© by Sabine Wagner


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